· 4 Min. Lesezeit · Ingenieurbüro Kreher & Lindner

Wer in Aachen und der Städteregion neu baut oder energetisch saniert, kommt am Thema Luftdichtheit nicht vorbei. Der Blower-Door-Test (fachlich: Differenzdruck-Messverfahren) ist die einzige Methode, mit der sich objektiv nachweisen lässt, wie dicht die Gebäudehülle wirklich ist. In diesem Beitrag erklären wir, wie die Messung abläuft, welche Grenzwerte gelten und zu welchem Zeitpunkt im Bauablauf sie den größten Nutzen bringt.

Warum Luftdichtheit kein Selbstzweck ist

Eine luftdichte Gebäudehülle hat drei handfeste Vorteile:

  1. Energieeinsparung: Warme Raumluft, die unkontrolliert durch Fugen und Ritzen entweicht, ist bezahlte Heizenergie, die verloren geht.
  2. Schutz vor Bauschäden: Strömt feuchtwarme Raumluft durch Leckagen in die Baukonstruktion, kann dort Tauwasser ausfallen. Die Folge sind durchfeuchtete Dämmung, Holzschäden und Schimmel, oft unbemerkt über Jahre.
  3. Funktionierende Lüftungstechnik: Kontrollierte Wohnraumlüftungen können nur dann effizient arbeiten, wenn die Luft nicht an der Anlage vorbei durch die Gebäudehülle strömt.

Gerade im Aachener Bestand mit vielen Altbauten, Fachwerkhäusern in der Eifel und Nachkriegsgebäuden treffen wir bei Messungen regelmäßig auf typische Schwachstellen: Anschlüsse von Dampfbremsen am Dach, Durchdringungen von Leitungen, Rollladenkästen und Übergänge zwischen Bauteilen.

So läuft die Messung ab

Bei der Blower-Door-Messung wird in eine Gebäudeöffnung, meist die Haus- oder Terrassentür, ein Rahmen mit einer dicht schließenden Plane eingespannt. Darin sitzen ein drehzahlgeregelter Ventilator und die Druckmesstechnik. Der Ventilator erzeugt nacheinander Unter- und Überdruck von 50 Pascal gegenüber der Außenluft. Das entspricht etwa der Windlast bei Windstärke 5 und ist für das Gebäude völlig unschädlich.

Gemessen wird, wie viel Luft der Ventilator fördern muss, um diese Druckdifferenz zu halten. Daraus ergibt sich die Luftwechselrate n50: Sie gibt an, wie oft das gesamte Luftvolumen des Gebäudes bei 50 Pascal Druckdifferenz pro Stunde ausgetauscht wird. Die Messung führen wir nach der aktuell gültigen Norm DIN EN ISO 9972 durch und dokumentieren sie in einem prüffähigen Messprotokoll.

Während der Unterdruckphase suchen wir das Gebäude gezielt nach Leckagen ab, je nach Fragestellung mit Anemometer, Nebel oder in Kombination mit einer Thermografiekamera. So wird nicht nur ein Messwert erzeugt, sondern jede Schwachstelle konkret lokalisiert und fotografisch dokumentiert, sodass die ausführenden Gewerke gezielt nachbessern können.

Welche Grenzwerte gelten?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) fordert, dass Gebäude dauerhaft luftundurchlässig nach den anerkannten Regeln der Technik ausgeführt werden. Wird die Luftdichtheit per Messung nachgewiesen, gelten als Anhaltswerte:

Gebäudetyp n50-Grenzwert
Gebäude ohne raumlufttechnische Anlage 3,0 pro Stunde
Gebäude mit Lüftungsanlage 1,5 pro Stunde
Passivhaus-Standard 0,6 pro Stunde

Für Förderprogramme rund um das Effizienzhaus (BEG/KfW) wird der Nachweis der Luftdichtheit durch eine Messung in der Regel vorausgesetzt. Sprechen Sie die Anforderungen im Zweifel früh mit Ihrem Energieberater und mit uns ab, damit der Messtermin in den Bauablauf passt.

Der richtige Zeitpunkt: baubegleitend messen spart Geld

Der häufigste Fehler ist, die Messung erst im bezugsfertigen Zustand zu beauftragen. Dann sind Leckagen zwar nachweisbar, aber hinter Gipskarton, Estrich und Fliesen nur noch mit großem Aufwand zu beheben. Wir empfehlen deshalb zwei Messungen:

  • Baubegleitende Messung, sobald die luftdichte Ebene fertig, aber noch zugänglich ist. Gefundene Leckagen lassen sich jetzt mit minimalem Aufwand nachbessern.
  • Abschlussmessung im Nutzungszustand als offizieller Nachweis für GEG, Förderung oder Bauabnahme.

Was kostet ein Blower-Door-Test in Aachen?

Die Kosten hängen von Gebäudegröße, Geschossigkeit und Fragestellung ab (reine Nachweismessung oder zusätzliche Leckagesuche). Für ein typisches Einfamilienhaus in der Städteregion Aachen erhalten Sie von uns ein transparentes Festpreisangebot.

Warum Kreher & Lindner?

Wir führen Luftdichtheitsmessungen seit 1998 durch und sind FLiB-zertifizierte Prüfer der Gebäude-Luftdichtheit. Als unabhängiges Ingenieurbüro verkaufen wir keine Sanierungsleistungen: Unser einziges Interesse ist ein korrektes, belastbares Messergebnis. Unser Einsatzgebiet umfasst Aachen, die Städteregion (Würselen, Herzogenrath, Stolberg, Eschweiler, Alsdorf), die Kreise Düren und Heinsberg, die Nordeifel sowie die Euregio bis nach Ostbelgien und Südlimburg.

Häufige Fragen zum Blower-Door-Test

Wie lange dauert die Messung? Bei einem Einfamilienhaus inklusive Vorbereitung und Leckagesuche in der Regel zwei bis drei Stunden.

Muss das Haus dafür leer sein? Nein. Das Gebäude muss aber vorbereitet werden: Außentüren und Fenster geschlossen, Innentüren geöffnet, bestimmte Öffnungen (z. B. Abluftventile) werden je nach Messverfahren temporär abgedichtet. Wir besprechen die Vorbereitung vorab mit Ihnen.

Ist der Test bei jedem Wetter möglich? Starker Wind verfälscht die Messung. Wir prüfen die Bedingungen und verschieben den Termin im Zweifel, statt ein unbrauchbares Protokoll zu erzeugen.

Brauche ich den Test auch bei einer Sanierung? Sobald die luftdichte Ebene verändert wird (neues Dach, neue Fenster, Innendämmung), ist eine Messung dringend zu empfehlen, bei geförderten Effizienzhaus-Sanierungen meist sogar gefordert.


Blower-Door-Test in Aachen anfragen: Rufen Sie uns an unter 0241 579 136 0 oder nutzen Sie unser Kontaktformular. Wir melden uns kurzfristig mit einem Festpreisangebot.

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